Auch Duke Ellington wäre wahrscheinlich gerne dabei gewesen

Gitarrist Sammy Vomáčka gab am 19. Januar ein kleines, aber feines Konzert im Bürgertreff

"Und das geht ungefähr so", moderiert der Gitarrist Sammy Vomáčka immer wieder seine Stücke an. Ob Duke Ellington, Joe Pass und Django Reinhardt: Vermutlich hätten sie alle ihre helle Freude daran gehabt, wie der tschechische Gitarrist ihre Stücke interpretiert.

Der aber gibt sich auf der Bühne ganz bescheiden, obwohl er weit gereist ist, auf unzähligen Bühnen stand und immer wieder neue Stile und Techniken aufgegriffen hat. "Es kann durchaus sein, dass mich Leute, die mich vor Jahrzehnten gehört haben, heute nichts mehr mit meiner Musik anfangen können. Weil sie immer noch dasselbe erwarten, ich mich aber weiterentwickelt habe", verrät  Vomacka beim Gespräch mit seinen Zuhörern in der Pause am Tresen.

Vom Ragtime bis zum Jazz

In den zwei Stunden im Bürgertreff bot er die ganze Spannbreite seines Repertoires. Von den ersten Stücken, mit denen er auf den Berliner Straßen oder in französischen Restaurants etwas Geld verdiente, über den Ragtime, mit dem er sich einen Namen machte, bis zum Swing und zum Jazz. Dabei beherrscht er vor allem das Fingerpicking auf höchstem Niveau. "Wenn ich andere Musiker sehe, staune ich, wofür das Publikum manchmal klatscht. Vielleicht müsste ich noch viel mehr schwitzen", amüsiert sich Sammy Vomáčka über das, was er in der Musikszene heute erlebt. Immer wieder erzählt er nette Anekdoten aus seinem reichen Leben.

Und er bekennt, dass er zu jener "Generation Beatles und Stones" gehörte, die viel Kultur in der Musik zerstört habe. "Bis dahin war es üblich, bei Tanzcafés am Sonntagnachmittag Standard zu tanzen. Da konnte man alles abwickeln, was man so abwickeln musste." Wenn man eine Frau zum Tanz aufgefordert habe und Blues gespielt wurde, habe man sich gleich umklammert. "Wir aber waren die ersten, die ganz anders tanzten und herum zappelten. Da ist es viel schwieriger, sich den Frauen zu nähern." Wahrscheinlich habe das daran gelegen, dass man aufbegehren wollte gegen die Eltern. Ein bisschen vermisst der 72-Jährige das heute: "Es gibt viel zu viel Balladen. Wo sind denn heute solche Bands wie The Who?"

Besondere Erininerung an Auftritt in Bestwig

Eine ganz besondere Erinnerung verbindet Sammy Vomáčka auch mit Bestwig: Als er hier vor einigen Jahren schon einmal auf Einladung von Kultur Pur in der Kreuzkirche auftrat, sei ihm eine Frau begegnet, die überrascht war, dass er ganz anders aussah als im Internet. Offenbar hatte ein Amateur von ihm Stücke gespielt und auf Youtube veröffentlicht. Das sorgte für die Verwechselung. "Als ich dann nach Hause kam, habe ich mich sofort ins Wohnzimmer gesetzt und selbst Stücke eingespielt. Jetzt findet man mich bei Youtube zuerst."

Auch am Freitagabend erlebten die Zuschauer das Original. Mit grandioser Musik im Gepäck. Und die ging ungefähr so.

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