Viel Lebensfreude und ein wenig Melancholie

An das Konzert von Triosence und Jazz Police Olsberg werden sich die Besucher noch lange erinnern

Ein großartiges Konzert erlebten knapp 200 Zuschauer am Samstag im Bürgersaal des Bestwiger Rathauses: Den Auftakt machten die heimischen Musiker der Jazz Police Olsberg. Und dann spielte die Formation Triosence auf, die zu den ganz Großen der deutschen Jazz-Szene gehört. "Diese Musik ist anrührend und begeisternd", sagte Dirk Plugge vom Kulturring Olsberg bei der Begrüßung der Band. Zusammen mit dem Kulturring hatte Kultur Pur zu dieser Veranstaltung eingeladen. Diese Ankündigung versprach nicht zuviel: Nach dem knapp dreistündigem Konzert verabschiedete das Publikum die Musiker mit stehenden Ovationen.

Troiosence versteht es, Jazz auch ungeübten Ohren nahezubringen. Schon ihr erster Song "As it was yesterday" ist ganz große Kunst: Da wechseln mehrfach Rhythmus, Tonart und Takt, ohne dass diese Transformationen das Publikum irritieren. "Sollten Sie das nicht herausgehört haben, ist es gut so", erklärt Komponist und Bandleader Bernhard Schüler. Auf unterhaltsame und sympathische Weise erklärt er dem Publikum die Entstehungsgeschichte seiner Songs, die auf die Besetzung mit Flügel, Kontrabass und Schlagzeug zugeschnitten sind und den drei Musikern alles abverlangen.

Musiker gehen fast an die Schmerzgrenze

Bernhard Schüler imponiert mit ebenso souveränen wie gefühlvollen Fingerläufen am Flügel, die viele Songs ganz unaufdringlich begleiten. Bei Omar Rodriguez fällt es sogar schwer, der rechten Hand beim Zupfen der Saiten am Kontrabass zu folgen. Und Stephan Emig wird am Schlagzeug nie brutal: Auch wenn er Hochgeschwindigkeit erreicht, behandelt er sein Instrument mit Respekt. Dagegen scheint er selbst, wenn er mit bloßen Händen auf den Bongo-Trommeln spielt, bis an die Schmerzgrenze zu gehen.

Triosence begeistert mit einem großen Repertoire an Rhythmen, Klängen und Gefühlen. Natürlich wird der Jazz dabei manchmal melancholisch. "In traurigen Phasen entstehen oft die besten Songs", gesteht Bernhard Schüler. Insofern müsse ein Komponist dafür dankbar sein. Dennoch sei er froh, dass die glücklichen Phasen in seinem Leben überwiegen. So gibt es viele Songs, bei denen er sich von witzigen Begebenheiten, Reisen, anderen Ländern und Kulturen inspirieren lässt.

Orientalische Klänge, ein bisschen Salsa und afrikanische Kalimba

Omar Rodriguez bringt am Kontrabass ab und zu orientalische Klänge mit ein. Stephan Emig spielt beispielsweise auf einer Kalimba, einem afrikanischen "Daumenklavier". Und aus dem Stück über einen brasilianischen Parkhausbesitzer - angelehnt an ein Urlaubsergebnis - sind Mambo und Salsa herauszuhören.

Einige Songs feierten am Samstagabend sogar Weltpremiere. Die hatte Triosence erst wenige Tage zuvor bei intensiven Proben in Franken eingeübt. In wenigen Wochen erscheint bei Sony ihre neue CD, von der in Bestwig ebenfalls schon einiges zu hören war.

Mehrere Premieren bot auch die Jazz-Police Olsberg zu Beginn des Abends. Die acht Talente aus der heimischen Region haben mit ihren unterschiedlichen Formationen die ersten renommierten Preise gewonnen - wie den Jazz-Preis des WDR. Die großen Ambitionen sind den jungen Musikern anzumerken: Sie brachten die 200 Besucher mit ihrem Bigband-ähnlichen Sound in Stimmung, boten eigene Arrangements und bekannte Themen wie von dem Film-Komponisten Henry Mancini: Ein gelungener Auftakt zu einem großen Konzertabend, der den Besuchern sicher noch lange in Erinnerung bleibt.

Bildergalerien

Rechts befindet sich die Bildergalerie vom Auftritt der Jazz-Police, unten die Galerie vom Triosence-Konzert.

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