Wennemen loves a woman

Herbert Knebels Affentheater rockte am 4. Mai im Rathaus, bis es qualmt

"Wir sind ja alle nich mehr so jung wie noch - sagen wir mal - vor fünf Wochen", gestand Herbert Knebel am Freitagabend beim Konzert seines Affentheaters im Bestwiger Bürger und Rathaus. Doch er fügte hinzu: "Rocken geht immer." Und das taten die vier Musiker, unterstützt von den Bläsern Henjek und Stenjek der Familie Popolski. Sie rockten die Bühne, bis sie qualmte.

Das Musikprogramm mit den besten Hits aus der 30-jährigen Geschichte des Affentheaters kam beim Bestwiger Publikum bestens an. Die 300 Besucher klatschten, sangen und tanzten mit - und verabschiedeten die Musiker am Ende mit stehenden Ovationen.

Musikprogramm war ein Herzensanliegen

Dem Affentheater ist dieses Musikprogramm ein Herzensanliegen, wie Herbert Knebel anfangs erklärte: "Fanatische Fans haben uns ja immer gesacht: Leute, last doch mal die Musik wech. Dat fanden wir übergriffich. Deshalb lassen wir jetz' mal die Texte wech und haben einen bunten Strauß von Melodeien zusammengestellt, den man so auch nicht jeden Tach hören wollte."

Doch bei aller Ironie wird dieses Programm tatsächlich nicht so angenommen wie die Kabarettprogramme des Affentheaters. Deshalb hatten Kultur Pur und der Kulturring als Veranstalter auch entschieden, das Konzert von der Bigger Schützenhalle ins kleinere Bestwiger Rathaus zu verlegen. Hier war die Stimmung umso dichter. Und am Ende der fast drei Stunden durfte sich das Publikum freuen, eine der Sternstunden des Affentheaters miterlebt zu haben. Denn an diesem Abend ging im Rathaus die Post ab. Vor allem in der zweiten Hälfte qualmte der Teppich, auf dem das Affentheater musizierte.

Nackt, nackt, nackend am Baggerloch

Das Kabarett-Quartett hat in seinen mittlerweile zwölf Programmen zig Songs gecovert und auf seine unnachahmliche Weise ins Ruhrgebietsdeutsch übersetzt. Ob von den Beatles, Bob Dylan, Scott McKenzie, den Kinks, Bony M, ACDC oder Billy Joel. Aus "Lola" wird "Cola", die Textzeile "Knock knock, knockin' on Heavens door" eingedeutscht mit "Nackt, nackt, nackend am Baggerloch", der "Highway to hell" umgedichtet in "Auf'm Heimweg zu schnell" und "If you're going to San Franzisco" transformiert in eine Hymne gegen die Verwahranstalten für alte Menschen: "Ich geh nie nach St. Franziskus". Dazwischen gibt es immer wieder musikalische Zitate wie Wolfgang Petrys "Hölle, Hölle, Hölle" oder die "Bochum"-Salven von Herbert Grönemeyer. Und ein paar Takte "Daddy cool" werden umgewidmet in "Ozzy Cool".

Schwester Manfred, "die beim Affentheater ein soziales Jahr absolviert", musste sich beeilen, Ozzy Ostermann und Ernst Pichl immer wieder neue Gitarren anzureichen. Ein Hit reihte sich an den anderen. Und dazwischen schafft Herbert Knebel komprimierte kabarettistische Überleitungen mit markigen Sprüchen wie: "Trainer, Dich haben sie früher aber wohl durch'n ganz dicken Pullover gestillt, wat?"

Frisch und unverbraucht

Auch nach 25 Jahren wirkt das Affentheater frisch und unverbraucht. Und dass es noch genügend Ideen für die Zukunft hat, bewies Herbert Knebel mit seiner visiönären Interpretation von Hits, die sich auf deutsche Städtenamen beziehen: "Ob Ticket to Reydt, Ahaus in the middle of the street oder - hier fürt Sauerland - Wennemen loves a woman." Vielleicht wird letzterer ja bei einem der nächsten Auftritte in Bestwig oder Olsberg zu hören sein.

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