Ein Höllenritt durchs heiße Rathaus

Herbert Knebels Affentheater ist in Bestwig teuflisch gut drauf

Welch ein Höllenritt: Zweieinhalb Stunden lang rocke das Affentheater am Samstagabend das Bestwiger Rathaus. Diesmal coverte das Quartett sogar Chuck Berry und ACDC. Dann erzählte Herbert Knebel vom Stippoker mit seinen Kegelbrüdern. Und schließlich trat er noch als Tina Turner auf die Bühne. Da erreichte die Temperatur im rappelvollen Bürgersaal ihren Siedepunkt.

400 Zuschauer erlebten ein Affentheater, das sich im Laufe des Abends richtig heiß lief. Der Programmtitel "Fahr zur Hölle, Baby!" versprach nicht zuviel.

Immer noch begeistert das Ensemble mit seinem Wortwitz. Etwa wenn der Trainer erzählt, dass er "schon seit langem, ein drittes Standbein am Laufen hat." Oder wenn Ernst Pichel wenig überrascht wirkt, dass Herbert angeblich Golf spielt: "Ein Handicap hat er ja." Und schließlich, wenn Knebel stolz von seiner Strippoker-Idee behauptet: "Da habe ich aber mal so richtig ins Wespennest geschossen." Mit zunehmenden Alter wird das Quartett gelegentlich sogar philosophisch. So sinniert der Trainer:  "Herbert, bleib' ganz Du selbst. Ich bleib es ja auch."

Gewappnet gegen die Digitalisierung

Auch die Themen scheinen dem Affentheater nicht auszugehen. Im aktuellen Programm geht es vor allem um die Digitalisierung. Die geht an den vier alten Freunden zwar völlig vorbei, weshalb sie eine Influencerin für höchst ansteckend halten (was eine Influenza ja ist). Doch treten sie ihr ganz souverän entgegen: etwa, wenn Lola Hasenkamp mit ihren Zweithaar-Frisur-Tipps auf Instagram "schon 200.000 Verfolger hat." Darüber kann Herbert Knebel nur lachen: "Wenn ich will, kriege ich die auch ganz schnell: Mein Fachgebiet ist zeitlose Mode!" Oder wenn Ernst Pichel über die Alexa staunt. Auch da fragt sich Herbert Knebel nur: "Wo soll denn da die technische Innovation sein? Wenn ich der Guste sag: 'Guste, sag der Alexa mal, dass sie die Rolläden runter lassen soll' - dann ist doch in der Befehlskette zumindestens einer über!"

Ozzy Ostermann, der Trainer und Ernst Pichel sind dabei längst über ihre Rollen als Nebenfiguren hinausgewachsen: Ozzy singt jetzt sogar Arien, Ernst Pichel stichelt immer wieder aus dem Hintergrund und der stets unterschätze "Trainer" gewinnt inzwischen sogar ganz souverän beim analogen Spiel Stadt - Land - Fluss:  "Ein Fluss mit X? kein Problem: der Rio Xingu. Ein Nebenfluss des Amazonas. 1980 Kilometer lang. Obwohl der Xiang Jiang in China auch eine Option gewesen wäre."

Vorbild beim Thema Nachhaltigkeit

Selbst das Thema Nachhaltigkeit hat das Affentheater für sich entdeckt. Ozzy, der sich schon nach drei Jahren ein neues Smartphone bestellt hat, will jetzt doch erstmal das alte behalten. Das neue nimmt ihm der Trainer aus Verbundenheit zum halben Preis ab. Und Herbert Knebel fährt sein altes Auto noch weiter, bis es auseinanderfällt: "Eine TÜV-Plakette hat es ja - handgemalt." Da darf sich Ozzy nicht beschweren, wenn er zum Geburtstag eine Packung Edle Tropfen bekommt, an denen noch ein älteres Preisschild klebt: 12,50 Mark. Herbert Knebel entgegnet: "Ja Du, das war damals viel Geld."

So haben die vier immer noch viel Spaß auf der Bühne. Das ist ihnen vor allem bei der Musik anzumerken: Chuck Berrys "Go, Johnny go" wird umgedichtet zu "Go, Ozzy go". Und zu dem ACDC-Hit "Hells bells" geraten die vier fast in Ekstase. Knebels Auftritt mit drei Dreizack bleibt aber nicht der Höhepunkt des Abends. Denn bei der Zugabe zwängt er sich noch einmal in sein Tina-Turner-Kostüm.

"Seid Ihr bereit für die Queen of Soul?" fragt Ozzy Ostermann dreimal, bis das Publikum kreischt. Da sind auch die Sauerländer trotz minus acht Grad Außentemperatur heiß gelaufen. Welch ein höllisches Finale!

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